Land der Hildegard - Hildegard von Bingen

Kloster Eibingen

Für weitere Informationen klicken Sie auf das Gebäude.

Leidenschaftliches Engagement

Faszination › Aktuelles › Leidenschaftliches Engagement

Navigationsbaum: Faszination › Aktuelles › Leidenschaftliches Engagement

Leidenschaftliches Engagement für Hildegard von Bingen

Langjähriges Wirken von Hildegard Strickerschmidt ausgezeichnet

Hildegard Strickerschmidt ist Trägerin der Verdienstmedaille von Rheinland-Pfalz. Staatssekretär Salvatore Barbaro zeichnete die Ehrenpräsidentin der Internationalen Hildegard-Gesellschaft vor über 50 Gästen an geschichtsträchtiger Stelle auf dem Rupertsberg mit der größten Anerkennung für Ehrenamtliche im Land aus.

Die 86-jährige diplomierte Heilpädagogin hat als Autorin, Referentin und Schulungsleiterin mit ihren Sachkenntnissen zum Thema Hildegard von Bingen überzeugt und mit ihrem riesigen Engagement die Lehren der Heiligen verbreitet.

„Ich habe keine Erklärung, warum diese Frau aus ferner Zeit, aus einer ganz anderen Gesellschaft, plötzlich so viel Interesse gewinnt“, ist Hildegard Strickerschmidt von der „unglaublichen Begeisterung“ der Menschen aus aller Welt für die Benediktinerin so fasziniert wie von deren Person und überlieferter Persönlichkeit, „die fordert, oft auch überfordert, die viele Menschen verbindet und auch nicht zu knapp spaltet.“ Einen Haken gebe es aber doch: „Nur in Bingen ist es leider nicht so ganz toll.“ Irmgard Weidner, Mitstreiterin der Rupertsberger Hildegardgesellschaft, las ein Grußwort des Limburger Bischofs Dr. Georg Bätzing vor, demzufolge Strickerschmidt die Schriften Hildegards von Bingen, deren Spiritualität und ihr Schaffen weit über deren Wirkungsorte hinaus verbreitet habe. Ähnlich äußerte sich zuvor Dr. Johann Bachner, Vorsitzender der

Rupertsberger Hildegardgesellschaft, deren Gründungsmitglied Strickerschmidt war. Für Bachner ist die Geehrte zudem „das Herzstück des Gesprächskreises Hildegard“. Dieser im Jahre 2000 gegründete Kreis und sein monatliches Zusammenkommen seien ihr besonders wichtig, bekannte die Geehrte und gab zu, „verrückt nach Hildegard“ zu sein.

Auch wenn sie vorher nie in einem Verein war: 1999 wurde sie nicht nur Mitglied der Internationalen Hildegard-Gesellschaft, sondern für zehn Jahr sogar deren Präsidentin. Im Jahr 2010 begann ihre Ausbildungsphase. „Weil ich noch so jung war“, scherzte sie in der Feierstunde. Fast 60 Frauen und drei Männer, „alles hochmoti-vierte Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet“, machte sie auf dem Jakobsberg zu Hildegard-Referenten. In seiner Laudatio hob Barbaro die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für das Gemeinwesen heraus. „Weil man es nicht beschließen kann, muss man es fördern“, sah er die Ehrung als Akt der Wertschätzung und Ausdruck eines großen Respekts vor der Leistung Strickerschmidts, die sich stets in Bescheidenheit geübt habe. „Warum denn ich?“ sei ihre erste Reaktion gewesen. Nun hoffe er, dass das kulturelle Erbe Hildegards von Bingen durch das, was sich Hildegard Strickerschmidt über die Heilige selbst angeeignet hat, durch Multiplikatoren weitergetragen werde.

Ihre Wünsche? Sie sehe die Ehrung als Impuls an, Hildegard neu zu gedenken, die Heilige stärker ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. „Und dass dieser Ort wieder zu der Bedeutung kommt, die er verdient“, verwies Hildegard Strickerschmidt im Kellergewölbe auf dem Rupertsberg auf die Stelle, wo das Mittelschiff der Kirche von Hildegards Kloster im 12. Jahrhundert stand, wo die Nonne die zweite, wichtige Hälfte ihres Lebens verbrachte. Für Strickerschmidt stand immer Hildegards einmalige Botschaft im Mittelpunkt. Dass die Eh-rung am einzigen nachgewiesenen Lebensort der Heiligen in Bingen stattfinden konnte, sei eine besondere Ehre.

Hildegard Strickerschmidt hat mehr als 20 Schriften zur hl. Hildegard verfasst. Ihr jüngstes Buch „Hildegard von Bingen - Die Seele altert nicht: Wofür es sich zu leben lohnt“ ist 2016 im Benno-Verlag erschienen.

Die nächsten Treffen des Hildegard-Gesprächskreises sind am 7. September in der Pfarrkirche in Bingen-Dietersheim, am 19. Oktober und 16. November im Gemeindehaus der Basilika in Bingen. Veranstaltungsbeginn ist jeweils um 19 Uhr.

Text und Foto: Jochen Werner