Land der Hildegard - Hildegard von Bingen

Rochuskapelle

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Bei der Frage, wann und wo Hildegard ihr Klausnerinnendasein mit Jutta von Sponheim als Lehrerin begann, stoßen wir erneut auf ein Problemfeld der Hildegard-Forschung, denn die Aussagen in den Quellen widersprechen sich diesbezüglich. Nach Hildegards Vita war sie knapp acht Jahre alt, als sie diesen neuen Lebensabschnitt begann, also im Jahr 1106:

„Noch kaum acht Jahre alt, (…) wurde sie auf dem Berg des Heiligen Disibod eingeschlossen mit der frommen und Gott versprochenen Frau Jutta“.

Auch in einem in der Vita enthaltenen autobiographischen Fragment erwähnt sie, sie habe sich im achten Lebensjahr befunden, als sie ein Gott geweihtes Leben begann. Doch 1106 war der Disibodenberg noch nicht von Benediktinermönchen besiedelt, dies geschah, wie eine Urkunde belegt, erst 1108! Eine Lösung dieser Unstimmigkeit ist in der erwähnten Vita domnae Juttae inclusae zu finden, wo das Jahr 1112 als Zeitpunkt des Eintritts Juttas, der damals 14jährigen Hildegard und eines dritten Mädchens in die Klause auf dem Disibodenberg genannt wird. Diesen Zeitpunkt bestätigt auch eine Eintragung in den Annales Disibodenses, nach der Jutta bei ihrem Tod 1136 24 Jahre ihres Lebens auf dem Disibodenberg verbracht habe.

Wenn man den Altersangaben der Vita nicht vollkommen misstrauen will, kann man annehmen – wie es auch einige Hildegard-Forscher tun (z.B. Monika Klaes) –, dass Hildegard schon 1106 auf Jutta traf, und sich mit ihr zusammen bei der frommen Witwe Uda von Göllheim aufhielt, von der Jutta drei Jahre unterrichtet wurde. Vielleicht lebten Jutta und Hildegard in dieser Zeit und bis 1112 ein frommes Leben auf der Burg Sponheim oder Hildegard weilte solange noch bei ihrer eigenen Familie. An Allerheiligen des Jahres 1112 trennten sich die drei Mädchen schließlich endgültig von ihrem weltlichen Leben und wurden in einem feierlichen Akt als Inklusen (lat.: Eingeschlossene) auf dem Disibodenberg aufgenommen. Im Zeitraum zwischen 1112 und 1115 legte Hildegard ihre Profess ab, womit sie sich dauerhaft an die Ordensgemeinschaft band.