Land der Hildegard - Hildegard von Bingen

Historisches Museum am Strom Hildegard von Bingen

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Endeckungsreise Rupertsberg

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Die Rupertsberger Hildegard-Gesellschaft Bingen e.V. stellt sich vor

Wer sich heute auf Spurensuche zur heiligen Hildegard nach Bingen begibt, will die historischen Wurzeln und den „Geist“ der großen Theologin, Visionärin, Komponistin, Natur- und Heilkundigen, Ratgeberin und Mahnerin an ihrem wichtigsten Wirkungsort erkunden. Denn hier, ganz genau: am Rupertsberg im heutigen Stadtteil Bingerbrück, gründete Hildegard um 1150 ihr erstes Kloster. Sie gab ihr zurückgezogenes Klausnerinnenleben vom Disibodenberg auf und wirkte fortan öffentlich vom Rupertsberger Kloster aus. Hier entstanden die meisten ihrer Werke und von hier aus nahm ihre Botschaft den Weg in die Welt.

„850 Jahre später ist Hildegard weiter – und wieder - in aller Munde und ihre Botschaft vom Leben in Einklang mit der Schöpfung hochaktuell“, weiß Professor Johann Bachner, Vorsitzender der Rupertsberger Hildegard-Gesellschaft Bingen e.V. Der gemeinnützige Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, das Erbe der heiligen Hildegard von ihrer Hauptwirkungsstätte aus zu pflegen.

Keine leichte Aufgabe, denn heute ist im Binger Stadtbild auf den ersten Blick nichts mehr von der ehemals imposanten Klosteranlage zu erkennen. Die strategisch günstige Lage des Klosters am Zusammenfluss von Rhein und Nahe gegenüber dem Stadtkern machten es in Kriegszeiten immer wieder zum Stützpunkt für die eine und zum Angriffsziel für die andere Seite.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster 1632 bis auf die Grundmauern zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. Brände, Verwüstungen und Sprengungen am Rupertsberg zugunsten des Fortschritts in Form einer Eisenbahnstrecke im 19. Jahrhundert taten ein Übriges. Einzig erhaltene oberirdische Zeugnisse sind ein Portal sowie fünf Arkaden von der südlichen Mittelschiffwand der einst stolzen Klosterkirche, sorgfältig restauriert und integriert in ein privates Wohn- und Geschäftshaus.

Unter dem Haus befinden sich historische Kellergewölbe. Den Gewölbekeller unterhalb des ehemaligen Hauptschiffs macht die Rupertsberger Hildegard-Gesellschaft seit 2010 der Öffentlichkeit zugänglich und ermöglichst so eine einzigartige historische und geistliche Annährung an eine der bedeutendsten Frauen der Kirchengeschichte. Im Hildegard-Gewölbe erklingt während der Tourismus-Saison jeden Sonn- und Feiertag die Musik Hildegards, sind Reproduktionen ihrer Visionsbilder, Lagepläne des ehemaligen Klosters und vieles mehr ausgestellt. Die Vereinsmitglieder erläutern Interessierten kompetent Leben und Werk der großen Heiligen ebenso wie die Geschichte des Klosters Rupertsberg.

„Wir wollen Menschen, die Hildegards Wirken und ihrer Botschaft begegnen möchten, auf ihrer Entdeckungsreise ein Stück weit begleiten“, beschreibt Bachner das Anliegen des Vereins. Neben den allgemeinen Öffnungszeiten bietet die Rupertsberger Hildegard-Gesellschaft auch Gruppenführungen an und trägt mit eigenen Aktivitäten die Botschaft der großen Heiligen in die heutige Zeit. Zu den beliebten Veranstaltungsangeboten zählen Mediationsabende zu den Visionsbildern Hildegards ebenso wie Kreativ-Workshops, Jahreszeiten-Buffets, die „Lange Nacht der Hildegard“ oder die Rupertsberger Herbstgespräche mit hildegardisch-aktuellem Themenbezug.

Die Einträge im Gästebuch zeigen, dass das Konzept bei Besuchern von nah und fern ankommt. Zwei Niederländerinnen schreiben: „Es war sehr besonders hier an dieser Stelle zu sein – man fühlt den Geist und die Seele Hildegards.“ „Das Gewölbe hat uns beflügelt, es war eine wunderbare Atmosphäre – vielen Dank für diesen wunderbaren Raum und die Gelegenheit, Hildegard und die heutige Zeit zusammenzubringen. Es tat einfach gut“, vermerkt eine andere Besuchergruppe. Die japanische Opernsängerin und Hildegard-Interpretin Keiko Sunohara war vom Engagement am Rupertsberg so begeistert, dass sie sogar zusammen mit der Hildegard-Gesellschaft eine CD mit Hildegard-Liedern aufgenommen hat, die über den Verein erhältlich ist.

Zu den Zukunftsplänen der Rupertsberger Hildegard-Gesellschaft gehört die aktualisierte Neuauflage des Buchs über die Geschichte des Binger Rupertsbergs. Junge Menschen will der Verein mit neuen, generationen-übergreifenden Angeboten verstärkt Hildegard heranführen. In 2015 können sich so Hildegard-Interessierte aller Altersgruppen auf viele interessante Aktivitäten freuen. Der Veranstaltungsreigen steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Grünkraft und wird am 10. Januar mit einem festlichen Winterbuffet und dem Konzert des St. Daniels-Chors aus Moskau eröffnet.

Sie können die Arbeit des gemeinnützigen Vereins und den Erhalt des Hildegard-Gewölbes durch Ihre Mitgliedschaft oder Spende unterstützen.

Weitere Informationen zur Rupertsberger Hildegard-Gesellschaft, ihren Aktivitäten sowie Möglichkeiten zur Miete des Gewölbes für eigene Veranstaltungen unter Telefon 06721 / 924 19 387 oder www.rupertsberger-hildegardgesellschaft.de.

Text: Marie-Luise Krompholz

Foto: Rupertsberger Hildegard-Gesellschaft Bingen e.V., Bild des ehemaligen Klosters aus: Meisners Schatzkästlein, 1632