Land der Hildegard - Hildegard von Bingen

Kloster Eibingen

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Hildegardisbrünnchen

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Hildegardisbrunnen erstrahlt in neuem Licht

Bingen setzt ein weiteres Erinnerungsstück an die große Äbtissin in Szene

Seit einigen Wochen leuchtet es Abends blau vom Rupertsberg herüber in die Binger Innenstadt. Pünktlich zum zweiten Jahrestag der Erhebung Hildegards zur Kirchenlehrerin wurde am 7. Oktober 2014 der Hildegardisbrunnen wieder freigelegt und farbig illuminiert. Eine Informationstafel direkt am Naheradweg gegenüber dem Brunnen erzählt Geschichte und Geschichten rund um den Hildegardisbrunnen.

Schon zu Zeiten Hildegards verfügte das Kloster Rupertsberg über gute Möglichkeiten der Wasserversorgung: Hildegards letzter Sekretär Wibert hielt es 1177 jedenfalls für bemerkenswert, dass man hier „in sämtliche Arbeitsräume eine Wasserleitung gelegt hat.“ Eine hölzerne Wasserleitung des 14./15. Jahrhunderts konnte noch 2011 bei Bauarbeiten in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Klostergeländes geborgen werden. Sicher verfügte das Kloster auch über mehrere Brunnen.

Einer davon, der mit frischem Quellwasser vom bewaldeten Berghang gespeist war, lag unterhalb des südlichen Kreuzgangabschlusses am Naheufer. Er war vom Kloster aus nur über eine schmale Treppe zu erreichen. Womöglich ist dieser Brunnen zu Beginn des 17. Jahrhunderts neu gefasst worden, als die letzte Äbtissin des Rupertsbergs, Anna Lerch von Dirmstein (1611-1642), den Kreuzgang neu erbauen ließ.

Einsam zwischen den Kirchenruinen und der Uferlandschaft gelegen, bot der Brunnen auch noch nach der Zerstörung des Klosters 1632 einen malerischen Anblick. So ist es erklärlich, dass zumindest seit dem späten 18. Jahrhundert eine Hildegard-Sage an den Ort geknüpft wurde: Die heilige Äbtissin, so wurde überliefert, habe die wohltuende Quelle auf wundersame Weise entdeckt und selbst aus dem Felsen gegraben.