Land der Hildegard - Hildegard von Bingen

Klosterruine Disibodenberg

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Sponheim

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Sponheim

Im Grenzraum zwischen Naheland und Hunsrück liegt Sponheim, benannt nach dem Sponheimer Grafengeschlecht. Meginhard von Sponheim, der Bruder von Hildegards Vertrauter und Lehrerin Jutta, und seine Frau ließen dort ein Benediktinerkloster, das Kloster Sponheim, errichten, das sie 1124 an den Erzbischof von Mainz übergaben. Bis auf den Turm, der 1707 durch einen Brand zerstört und ersetzt wurde, ist die damalige Klosterkirche und heutige Pfarrkirche noch sehr gut erhalten und zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des Nahelandes. Aus der ersten romanischen Bauphase des 12. Jahrhunderts stammen der Chor, das Querhaus mit seinen Apsiden sowie die Vierungsbögen, während das Langhaus mit der zugehörigen Kapelle und der Vierungsturm dem 13. Jahrhundert angehören. Von 1483 bis 1505 stand Johannes Trithemius (1462-1516) dem Kloster als Abt vor, der die etwas losen Gewohnheiten dort straffte, und die Sponheimer Klosterbibliothek zu einer der größten Deutschlands machte. Zahlreiche Gelehrte gingen hier ein und aus. Doch zu den ihm anvertrauten Mönchen bestand ein so schlechtes Verhältnis, dass Trithemius 1505 das Kloster verließ und Abt im Kloster St. Jakob in Würzburg wurde. Noch in seiner Sponheimer Zeit widmete er sich dem Leben und Werk Hildegards. Einige seiner Äußerungen über die Rupertsberger Äbtissin erwiesen sich nach neueren Untersuchungen als nicht haltbar, weshalb seine Schriften als Quelle für ihr Leben von Historikern kritisch betrachtet werden. Nach seinem Weggang aus Sponheim verlor das Kloster langsam an Bedeutung und wurde 1802 endgültig aufgelöst. Neben der Kirche haben auch einige Überreste der Klosteranlage die Zeit überdauert und erinnern an das frühere Ansehen dieses Ortes.

Burgsponheim

Das kleine Dorf Burgsponheim am Rande des Hunsrück im Landkreis Bad Kreuznach verdankt seinen Namen der Burg, die sich auf einem über dem Ort liegenden Bergsporn erhob, und den einflussreichen Grafen von Sponheim gehörte. Heute zeugt lediglich noch der 22 m hohe Bergfried von der Wehranlage, die 1620 im Dreißigjährigen Krieg durch Truppen des spanischen Generals Spinola zerstört wurde. 1127 taucht die Burg in der mittelalterlichen Schreibweise als Burg Spanheim erstmals in den Quellen auf. Im 12. Jahrhundert wurde die Anlage zu einem repräsentativen Bau ausgestaltet und mit einer Ringmauer versehen, die neben dem Bergfried eine Burgkapelle, einen Palas sowie eine Kemenate mit den Gemächern der gräflichen Familie umschloss. Einige Zeit bevor diese Umbauten stattfanden, verlebte die 1092 geborene Grafentochter Jutta, die spätere Lehrerin Hildegards von Bingen, an diesem Ort ihre Kindheit. Ihre Familie stand mit Hildegards Eltern in engem Kontakt. Vielleicht lebte auch Hildegard vor ihrem Eintritt in die Klause auf dem Disibodenberg einige Zeit bei Jutta auf der Burg und bereitete sich mit ihr auf ein spirituelles Leben vor. Als die Sponheimer Grafen ab dem 13. Jahrhundert zentraler gelegene Burgen als Wohnsitz bevorzugten, verlor der Wehrbau seine territorialpolitische Bedeutung und wurde nur noch als Witwengut und Verwaltungssitz genutzt. Heute ist der Ort vor allem ein beliebtes Ziel für Wanderer und Radfahrer, die auf dem Rad- und Wanderweg entlang des Ellerbach- und Gräfenbachtals die Landschaft genießen können.

Klosterkirche

In erhöhter Lage über Sponheim wurde ab 1101 an der Stelle eines Vorgängerbaus die ehemalige Benediktinerklosterkirche St. Maria und St. Martin errichtet. Der heutige Bau erhebt sich inmitten von hohen Stützmauern des einstigen Friedhofs über dem Grundriss eines griechischen Kreuzes. An den Chor und an die Querhausflügel sind drei Apsiden angebaut. Ein achteckiger Vierungsturm mit barocker Schweifhaube bekrönt den Bau.

Nach einem Brand 1156 begann man um 1188 mit der Errichtung der Klostermauer und dem weitgehenden Neubau der Ostteile der Kirche aus mittelgroßen Quadern. Die heutige Rundbogenfenstergliederung, die Lisenen und der Bogenfries, dessen Konsolen zum Teil als Köpfe ausgebildet sind, stammen aus dieser Phase. Im Chor zeigen die Konsolen Tiergestalten. Die aus dem Ende des 13. Jahrhunderts stammende Westwand besteht aus Bruchsteinmauerwerk und wird durch spitzbogige Fenster zwischen drei mächtigen Strebepfeilern geöffnet.

Um 1230 bis 1235 erfolgte die Einwölbung der Kirche, daneben wurden ein Mittelschiffjoch, eine Kapelle und der Vierungsturm errichtet. Die Portale stammen von 1614 und 1626. Im Innenraum ist noch die ursprüngliche Farbfassung der Architekturelemente erhalten geblieben. Am Chorgewölbe befindet sich Bandelmalerei aus der Zeit um 1720. Der Bodenbelag aus grauen, gelben und roten Tonfliesen im Chor und in den Seitenapsiden stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts.

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