Land der Hildegard - Hildegard von Bingen

Kloster Eibingen

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Mainz

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Das 13/12 v. Chr. durch den römischen Heerführer Drusus gegründete Mainz war schon zu Lebzeiten Hildegards von Bingen das kultisch-kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Mittelrheingebiets. Aufgrund der Zugehörigkeit ihrer Wirkungsstätten Disibodenberg, Rupertsberg und Eibingen zum Mainzer Erzbistum unterhielt Hildegard Beziehungen zu den Erzbischöfen von Mainz, aber auch zu anderen Angehörigen des dortigen Klerus. Zudem war sie durch ihren Bruder Hugo, der 1152 als Kanoniker und 1156-1163 als Domkantor in Mainz belegt ist, mit der Stadt verbunden. Unter den Erzbischöfen zu denen sie Kontakt hatte, nimmt Heinrich I. von Mainz (1142-1153), der wesentlich zu ihrer Anerkennung als Prophetin beitrug, und den „Fall Hildegard“ 1147/1148 dem Papst zu Gehör brachte, die wichtigste Stelle ein. Von seinem Nachfolger Arnold von Selenhofen (1153-1160) stammen zwei Urkunden von 1158, die ihre Klostergründung rechtlich absichern und den Besitzstand regeln. Am Ende ihres Lebens gerät Hildegard 1178/1179 mit den Mainzer Prälaten in Konflikt, die während der Abwesenheit des Erzbischofs Christian von Buch (1167-1183) die Geschicke des Erzbistums lenkten. Die Auseinandersetzung führte zur Verhängung des Interdikts über ihr Kloster, das nach erst nach Hildegards Appell an den Erzbischof gelöst wurde.

Noch heute sind in Mainz Bauwerke erhalten, die schon bei Hildegards Aufenthalten das Stadtbild prägten. Allen voran ist hier natürlich der Mainzer Dom zu nennen, dessen Ostchor und Langhaus damals bereits existierten oder gerade fertiggestellt wurden. Auch die vormalige Domkirche St. Johannis, in deren Bausubstanz noch Mauerreste aus karolingischer Zeit enthalten sind, hatte die Rupertsberger Äbtissin vielleicht besucht, wobei die Kirche bis in unsere Zeit mehrmals umgestaltet worden ist. Gleiches gilt für die ehemalige Stiftskirche St. Stephan, von wo aus 1176/1177 en Kanoniker zu Hildegard gesandt wurde, um ihr unterstützend zu Seite zu stehen. Der von Erzbischof Willigis von Mainz gegründete Bau wurde 1267 bis 1340 zu einer gotischen Hallenkirche umgestaltet. Von dem Kloster Altmünster, mit dessen Äbtissin Hildegard in Kontakt stand, ist jedoch nichts mehr erhalten; es wurde im 17. Jahrhundert im Stil des Frühbarocks an anderer Stelle neu errichtet.