Land der Hildegard - Hildegard von Bingen

Historisches Museum am Strom Hildegard von Bingen

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Schönau

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Am Rande der kleinen Gemeinde Strüth im Taunus befindet sich das Kloster Schönau. Die abgeschiedene Lage und der im Vergleich zu anderen Klöstern geringe politische Einfluss auf die Geschichte lassen nicht ahnen, dass hier von 1141 bis 1164 eine der bekanntesten deutschen Mystikerinnen des Mittelalters lebte – Elisabeth von Schönau.

Die romanische Gründungsanlage des Benediktinerklosters wurde zwischen 1126 und 1145 errichtet und bald zu einem Doppelkloster erweitert. 1141 gaben ihre Eltern die 12-jährige Elisabeth in die Obhut der dortigen Schwestern. Ab 1152 erlebte sie in ekstatischen Zuständen Visionen, in denen Engel und Heilige über „himmlische Geheimnisse“ zu ihr sprachen. Von diesen Visionen berichtete die streng asketisch lebende Nonne auch Hildegard von Bingen, deren Ruf als Prophetin schon weit verbreitet war. Hildegard spendete der jungen Benediktinerin Trost, riet ihr aber zur Mäßigung in ihren asketischen Anstrengungen. Wie Hildegard verfasste Elisabeth 1156 bis 1159 drei visionäre Werke. In Folge ihres entbehrungsreichen Lebens starb sie 1164 im Alter von nur 35 Jahren. 1584 wurde sie als Heilige ins Martyrologium Romanum aufgenommen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster geplündert und die Gebeine der heiligen Elisabeth wurden bis auf die noch erhaltene Schädeldecke in der Umgebung zerstreut. Ein Brand zerstörte die gesamte Anlage 1723 bis auf den Kirchenchor mit den Gewölben und die Außenwände des Schiffs. Heute dient das im Stil des Barocks wiedererrichtete Kloster verschiedenen Zwecken, wie der Unterbringung der Lern- und Begegnungsstätte „Eine-Welt-Haus Kloster Schönau“ mit einem Internetcafé oder der öffentlichen Pfarrbücherei. Die für Besucher geöffnete Klosterkirche wird von der prunkvollen barocken Ausstattung des 18. Jahrhunderts beherrscht, doch 1954 wurde im Chor auch ein Wandgemälde aus der Zeit um 1430 freigelegt, das das Weltgericht zeigt.